You have to go to Bali!

[:de]*updated*

Damit mal eins klar ist: das Paradies auf Erden gibt es nicht. Immer stimmt irgendwas nicht. Trotzdem, Bali kommt zumindest meiner Vorstellung vom Paradies so nahe, dass es mich seit unserem Besuch nicht mehr los lässt.
Wir haben in dem reichlichen Monat, in dem wir da waren, so viel erlebt, dass ich unseren Reisebericht in mehrere Themen aufteilen werde, damit du den Überblick behältst. Genau damit fange ich auch erstmal an:

**update**
Das Lembongan Surf Team sammelt den Müll auf Nusa Lembongan ein. Nicht nur einmal, sondern zwei große Reinigungsakionen haben bisher stattgefunden, seit dem wir die Insel besucht haben. Das ist großartig! Ich hätte nicht gedacht, dass das so „einfach“ möglich ist. Schaut euch die Bilder von den Aktionen bei Facebook an. Da seht ihr, wieviel sie sammeln konnten. Ich bin immer noch total begeistert 🙂

Bali – ein Überblick

Ist es nicht komisch, dass die ganze Welt schon mal was von Bali gehört hat, glaubt, dass es dort nur weiße Traumstrände gibt und keine Ahnung hat, wo es genau liegt und dass es eine von tausend Inseln von Indonesien ist? Das ist, als ob jeder schon vom Schloss Neuschwanstein gehört hat und keine Ahnung hat, dass es in Deutschland, geschweige denn Europa liegt. Ich habe so eine Ahnung, dass dieser Vergleich leider gar nicht so sehr hinkt. Absurd, oder? Wie löchrig doch unser Weltbild ist. So ging es mir ja aber auch – bis wir ankamen.
Alle Daten und Fakten über die Insel am Äquator kannst du bei Wikipedia nachlesen. Hier geht es eher ums Erleben.
Bali kann ein ziemliches Moloch sein, wenn man seine Zeit im Ort „Kuta“ verbringt. Frei übersetzt heißt Kuta „Touristenfalle“. Je weiter nördlich man auf der Insel kommt, desto ruhiger wird es und desto zugänglicher werden die Einheimischen. Das haben wir zumindest gehört. Wir waren nur bis zur Mitte der Insel – in Ubud.

Ubud ist was für Möchtegern-Hippies wie uns. Du kannst den ganzen Tag in verschiedenen Studios Yoga machen, wenn du willst. Zwischendrin gönnst du dir einen veganen Burrito mit frisch gemixtem „Very Berry“ Smoothie und einem Weizengrasshot oder du holst dir den besten Kaffee überhaupt. Danach geht’s in den Pool oder zur Massage oder zum Filmabend in der Pizzeria. Das alles in direkter Nachbarschaft von saftig grünen Reisfeldern. Mittlerweile ist alles schon so zugebaut, dass man etwas aus dem Ort raus laufen oder fahren muss, um der Natur und den Reisfeldern wieder so nah zu sein, wie es im Film „Eat, Pray, Love“ dargestellt wird.

Das könnte das Paradis sein

Traumstrände gibt es auf Bali tatsächlich auch. Mit weißem, gelben und schwarzem Sand. Und die Wellen sollen zum Surfen klasse sein. Wir waren kaum am Strand. Warum? Zu heiß, zu intensive Sonne und zu viel Müll aus dem Meer.
Ja, richtig gelesen. Indonesien hat wie alle asiatischen Länder ein Müllproblem. Sie haben einfach kein Konzept, den Müll zu sammeln und zu verwerten. Da wird eben jeden Tag Plastik verbrannt oder einfach da fallen gelassen, wo man gerade ist, für mich als umweltbewusste Deutsche ist diese Realität unfassbar. Bali ist ein Paradies, in dem nicht nur jeden Abend Plastikmüll verbrannt wird, sondern auch überall sonst in der Natur rumliegt oder eben mit Lastwagen ins Meer gekippt wird. Viel Spaß beim Schwimmen oder Surfen …

In Asien ist die Nachricht noch nicht angekommen, dass Plastik sich nicht auflöst wie Kompost.

Davon abgesehen sind die Balinesen ein sehr angenehmes Volk. Sie leben ihre eigene Form vom Hinduismus, haben Tempel für die Vorfahren auf ihrem Grundstück und machen den Eindruck, als würden sie intensiv als Gemeinschaft zusammen halten. Kein Wunder also, dass wir ständig mit dem Neffen unseres Gastgebers unsere Touren gemacht haben. Der Einzug von Tourismus, Internet und ja, auch chinesischer Wirtschaftsinteressen hat sicher viele Lebensbereiche der Balinesen verändert und verbessert. Ihre Kultur konnten sie sich bis heute bewahren.

Typischer Hauseingang in Ubud

Hoffentlich finden sie ihre Verbindung zur Natur bald wieder, um sich ihre malerische Landschaft auch zu bewahren. Einen guten Anfang machen da schon das Green Village und die Green School. Die Schule ist wirklich einen Besuch wert. Wem Bali zu weit weg ist, kann auch einfach mal hören, was der Gründer dieser alternativen naturnahen Schule zu sagen hat.


Micha glaubt, dass es sich in einem offenen Klassenzimmer ganz aus Bambus besser lernt also irgendwo sonst.

Um den Eindruck vom Paradies komplett zu machen, gibt es auch noch Vulkane, wie fast auf jeder Insel in Indonesien. Die sind für die schwarzen Sandstrände verantwortlich, aber auch für die unheimlich fruchtbaren Böden hier. Es wird erzählt, dass du einfach einen Stock in ein Reisfeld werfen kannst und es wird garantiert ein Baum daraus wachsen. Der Obst- und Gemüseanbau im alten Krater vom aktiven Vulkan Batur floriert jedenfalls kräftig.

Sonnenaufgang vom Vulkan Batur. Ja, dafür stehen wir nicht nur früh auf, sondern klettern den steilen Berg mitten in der Nacht 2 Stunden hoch.

Östlich von Bali gibt es auch noch ein paar sehens- und erlebenswerte Inseln. Die Gili Inseln und Lombok sind vielen noch ein Begriff, während die kleine Insel Nusa Lembongan oft ausgelassen wird. Je nach Meeresströmung stapfst du bei deiner Ankunft entweder durch unglaublich viel Plastikmüll oder unfassbar klares türkisblaues Wasser. Ich habe den Eindruck, dass alle Gegensätze, die es auf Bali gibt, hier noch verstärkt sind. Wissenswert ist, dass die Marine Megafauna Foundation hier ihren Haupsitz hat. Hier werden Mantarochen erforscht. Und was sie bis jetzt herausgefunden haben, erzählen dir die Meeresbiologen jede Woche in einem kostenlosen Vortrag. Mantas, das sind diese riesigen 8m breiten Dinger, die durchs Wasser schweben und aussehen wie Aliens. Die Forschung hat zum Beispiel ergeben, dass diese schwimmenden Ufos die 450 km zwischen Nusa Lembongan und Komodo hin und her reisen und sich hier von den Fischen am Riff sauber machen lassen. Ideal, um mal bei der Putzstation als Taucher vorbeizuschauen und so einen Manta mal aus nächster Nähe zu sehen.

Manta Ray Right On
zum Bild bei flickr

Wir hatten durch zu viel Seegang leider kein Glück, aber wir kommen wieder! Im Juli und August soll man hier nämlich auch Mondfische sehen können, Mola Molas.

– enjoy –

Mola mola
zum Bild bei flickr

Auch zu diesen komsichen Figuren gibt es ein Video.
[:en]*updated*

I clear something up for you: There is no such thing as paradise on earth. Everytime there is something wrong with the place. Anyway, Bali comes closest to being the paradise I can imagine. And that is why I can not stop thinking about this island since our visit in March. We had over a month to enjoy this wonderfull piece of land and experienced so many things that I need to give an overview first. After that you have the context so we can dive deeper in our experiences in some following posts. But let’s get started …

**update**
The Lembongan Surf Team is cleaning up Nusa Lembongan. Not once but twice since we have been there! This is amazing. Have a look at the photos on their facebook page to see the huge amount of garbage they were able to collect.

Bali – an overview

Isn’t it funny that the whole world has heard of Bali, thinks it only consists of gorgeous white sandy beaches and yet, does not know were to find it on the map let alone that it is only one of over a thousand islands of Indonesia? That is as if everyone has heard of castle „Schloss Neuschwanstein“ but does not have a clue that it was built in Germany or more general in Europe. I have a hunch that this comparison sadly is not very far fetched. That’s silly, isn’t it? Our world view is as full of holes as a swiss cheese – to stay at the comparisons. But, I admit, it was mine, too – until we arrived on this island. You can find the data and facts about this island near the equator on wikipedia. Here it is all about our experience.
Bali can be quite a moloch, if you spend your time in „Kuta“. Loosely translated „Kuta“ means „tourist trap“. The more north you go, the quieter it gets and natives open up more, too. That is what we heard at least. We only have been midway through – at Ubud.

Ubud is the right place for wannabe hippies like us. You can spend the whole day in different yoga studios if you like. In between your yoga classes you can treat yourself with a vegan burrito accompanied by a fresh blended „very berry“ smoothie and a wheat grass shot. Or you get the best coffee you ever got in one of the many cafes with free Wifi. After this exhausting day you may jump in the pool, get a massage or join the movie night at the pizzeria. And all of this is just a few steps away from lush green rice fields. Meanwhile the place is pretty much built up so you need to walk or drive with your scooter out of town to be actually as close to nature and rice fields as it was shown in the movie „Eat, Pray, Love“.

Das könnte das Paradis sein

There are gorgeous dreamlike beaches on Bali, actually. With white, yellow and black sand. And the waves are just perfect for surfing. We have not been to the beach much. „Why?“, you might ask. The answer: Too hot, too high the sun intensity, too much garbage in the ocean and on the beaches.

Yes, you got that right. Indonesia indeed has the same garbage problem as every other asian country we visited. They haven’t figured out a concept to deal with the garbage, yet. The system of garbage collection is only a drop in the bucket and even then barely effective. Every day you see plastic burning or it gets dropped right at the place where people walk. For me as an environmentally conscious German it is incredible and unbearable to see this reality day in and day out. Bali is a paradise with smoke from plastic burning in the evening and trucks bringing the garbage they collected straight to the ocean. Have fun while swimming and surfing in napkins and plastic bags then.

In Asien ist die Nachricht noch nicht angekommen, dass Plastik sich nicht auflöst wie Kompost.

That said Balinese people are very welcoming, friendly and like to tell you about their culture, if you ask. They live their own kind of hinduism, have a home that looks more like a temple than a house and seem to have a strong bond within their community. So unsurprisingly all of our tours where arranged through our host and we where driven by his nephew all the time. The good thing is we were sure that we would pay a fair tourist price. As if tourist prices would ever be fair. Tourism and interests of Chinese economy surely changed many things for the better and the temptation is high to just do anything to earn money, but the Balinese could preserve their culture to this day.

Typischer Hauseingang in Ubud

Hopefully they find their way back to nature soon, too, to preserve their incredibly beautiful landscape as well. A good start are the Green Village and the Green School. Both are really worth visiting. Especially at the tour through the school you can learn a lot about the curriculum and you see that learning really can be fun.
For everyone who doesn’t want to go to Bali soon, you can watch what the founder of the Green School has to say about alternative ways of teaching and learning in his TED Talk.


Micha glaubt, dass es sich in einem offenen Klassenzimmer ganz aus Bambus besser lernt also irgendwo sonst.

To give a complete impression of paradise, Bali also offers volcanos for its visitors – like almost every other Indonesian island. They are responsible for the black sandy beaches but also for the incredible fertile soils here. Legend has it that you only need to throw a branch in a rice field and there will grow a tree out of it. Fruits and vegetables definitely do thrive abundantly in the crater around the active volcano Batur.

Sonnenaufgang vom Vulkan Batur. Ja, dafür stehen wir nicht nur früh auf, sondern klettern den steilen Berg mitten in der Nacht 2 Stunden hoch.

East of Bali there are a few islands wich are worth visiting and experiencing. The Gilli Islands are quite well known whereas Nusa Lembongan is mostly visited by asian tourists for a day or skipped completely.
Depending on tides and currents you either tramp through incredible much plastic garbage or through incredible clear turquoise water. I got the impression that every contradiction that exists on bali is even more extreme on Nusa Lembongan. I have never seen such beautiful views and impressive waves and underwater fauna and flora and on the other hand so many plastic bottles everywhere – not only on the beach.

Nice to know is, that the Marine Megafauna Foundation resides here an this island. They have free talks each week to educate everyone about Manta rays, because that is what they are researching here. Mantas, that are these gigantic 8 m wide things, that hover through the water at enormous speed and look like aliens. They are a member of the shark family, actually. The research here has shown that these swimming UFOs travel between Nusa Lembongan and Komodo 450 km back and forth. Also, that they let themselves clean by the fish of the reef at Nusa Penida, the neighboring island of Nusa Lembongan. They really have a cleaning station there. So this is the ideal place for divers to get really close to a Manta and say hello.

Manta Ray Right On
to the image on flickr

Sadly we didn’t see any Mantas on our dives because of a big swell. But we will be back. In Juli and August there will be sun fish at the same place so maybe we see mantas and Mola Molas together.

Mola mola
to the image on flickr

And here is a talk about these odd creatures as well.

– enjoy –[:]

3 Kommentare

  1. Euer aktueller Bali Bericht ist wieder sehr bemerkenswert. Das mit dem Müll musste ich im vergangenem Jahr bei unserem Kenia Besuch feststellen. Es ist sicher recht einfach den Menschen erst einmal die Schuld an diesem Mißstand zu geben. Wenn man aber etwas länger darüber nachdenkt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Auch in Deutschland gibt es genügend Menschen, die ihren Müll achtlos fallen lassen. Nur haben wir eben eine Infrastruktur geschaffen, die den Leuten den Müll nachräumen. Deutschland sei Dank. Tja, aber wie kann man etwas daran ändern. Ich lese gern die monatliche. Ausgaben von National Geografics. Auch hier finden sich zahllose Berichte über derartige Zustände. Man kann nur hoffen, dass sich in kleinen Schritte etwas zum Positiven ändert. Ihr trägt mit euren Reiseberichten auch etwas dazu bei. Vielen Dank und weiter so. Bin schon gespannt auf euren nächsten Bericht. Viele Grüße von eurem Verfolger Jürgen

  2. Liebe Maria, Dein Bericht zu Bali hat mich sehr berührt, eingeschlossen das Video über die grüne Schule. Ich hoffe auch weiterhin auf ähnlich gute Beiträge abseits des mainstreams und wünsche Euch dazu nur eins: stabile Gesundheit! Daneben natürlich auch ein bißchen Freude an allem, was Euch gut tut.
    Liebe Grüße Isolde

    • Liebe Isolde, danke für deine Antwort. Ich habe einfach so geschrieben, wie ich über unseren Aufenthalt auf Bali fühle und denke. Das ist für mich am einfachsten und ihr Leser habt auch alle mehr davon. Reiseführer gibt es an jeder Ecke 🙂

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